Sonntag, 5. November 2017

Zitronentarte

Auf diesen Post, bzw. der zugrundeliegenden Tarte freue ich mich schon seit Wochen, aber leider hat es immer wieder nicht reingepasst.
Aber erst mal von Anfang an:
Um den nicht vorhandenen Sommer ein wenig zu verlängern, nutzten wir die zeitigen Herbstferien um noch ein wenig Sonne zu tanken. Dieses Jahr verschlug es uns an den Golf von Neapel.  Unser Hotel, direkt am Meer mit einem traumhaften Blick zum Vesus, ja da kann man schon von Dolche Vita sprechen. Pflicht für unseren Mini-S: hoch auf den Vesuv, aber auch Pompeji stand auf unserem Plan und - ganz wichtig die Amalfiküste entlang.
Ja und was begegnet einen da auf Schritt und Tritt: Amalif-Zitronen! Diese sind deutlich größer als unsere aus dem Supermarkt und haben einen intensiven Geschmack, vor allem auch die Schale. Natürlich wanderten 2 kg Zitronen und eine Cetro (für Zitronat) in unseren Koffer.



Wieder zuhause angekommen ging es gleich los: Alkohol (96%) besorgen, Schale abschälen und den berümten Limoncello ansetzen. Der steht nun im Keller und braucht noch ein wenig für seine Vollendung.

Den Saft der Zitronen hab ich ausgepresst und in einer Eiswürfelform eingefroren um ihn für seinen großen Auftritt parat zu haben. Und nun endlich war es soweit. Als Verwendung für den Saft schwebte mir nämlich schon in Italien eine Zitronentarte vor.

Zitronentarte
für eine Tarteform 35 x 13 cm
nach eine Rezept von Matthias Ludwigs 





Mürbeteig
Zutaten:
130 gr Zucker
130 gr Butter  
1 Eigelb
2 gr Salz
335 gr Mehl
50 ml Sahne
1 Msp Backpulver

Zucker und Butter zu einer glatten Masse verrühren, Eigelb und Salz untermischen. Mehl mit dem Backpulver vermischen und mit der Sahne zügig unterkneten. 
Den Teig etwa 3-4 mm stark ausrollen und in die Tarteform einlegen, gut verteilen und den überschüssigen Rand abschneiden.
Das Ganze nun für mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank.
Inzwischen den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen.
Nach der Kühlzeit den Boden mit einer Gabel einstechen und etwa. 20 min backen. Ich habe zusätzlich Erbsen in einen Bratschlauch gegeben und in die Tarte gelegt, damit der Boden schön glatt bleibt und keine Blasen schlägt.
Die Tarte nun auskühlen lassen.

Zitronencreme
Zutaten:
130 ml Zitronensaft
30 ml Orangensaft
100 gr Zucker
4 Eigelb
2 Eier
95 gr Butter

1 Blatt Gelatine
Abrieb einer 1/2 Bio-Zitrone

Erst mal die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
Dann Zitronensaft, Orangensaft und 50 gr Zucker zum Kochen bringen. Eigelbe, Eier und die restlichen 50 gr Zucker gut verrühren (ich nehme gleich einen Pürierstab). Den Topf mit dem kochenden Saftgemisch vom Herd ziehen und die Eier zügig und gründlich unterrühren. Den Topf wieder auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze und unter ständigen Rühren solange schlagen bis die Masse puddingartig eindickt und leicht köchelt. Dann vom Herd ziehen und noch ein wenig weiterrühren und anschließend beiseite stellen. 
Die Butter würfeln mit der ausgedrückten Gelatine und dem Zitronenabrieb in eine Schüssel geben. Die heiße Masse darübergießen und etwa 1 Minute stehen lassen. Anschließend mit einem Pürierstab alles zu einer homogenen Masse mixen. Diese fällt ein wenig zusammen und die untergerührte Luft entweicht. 
Die noch leicht warme Zitronencreme wird nun bis zum Rand in die Tarte gefüllt und dann für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank gestellt.

Baiser
Zutaten:
2 Eiweiß
120 gr Zucker
5ml Zitronensaft

Eiweiße und Zucker in einer Schüssel über einem heißen Wasserbad unter leichten Rühren auf 60°C bringen. Die Schüssel dann vom Wasserbad nehmen und mit einem Rührgerät oder wie ich in der Küchenmaschine zu einer sehr cremigen und festen Eiweißmasse aufschlagen. Das hat schon so ungefähr 10 min gedauert. Zum Schluss noch den Zitronensaft unterrühren.
Dann habe ich die Baisermasse in einen Spritzbeutel mit einer großen Tülle gefüllt und lauter kleine Tuffs aufgespritzt. Die Spitzen sind seht spitz geraten, was beim abflämmen nicht ganz so günstig erwies.
Einen kleinen Brenner hab ich leider nicht in meiner Küche, aber mein Mann hat in seiner Werkstatt einen Lötbrenner, der geht auch (hat ein wenig mehr Wums)😉 
Mit dem Brenner nun den Baiser leicht bräunen oder kurz unter den Grill geben.
Bei mir hat es mit den bräunen leider nicht ganz so gleichmäßig funktioniert und die Spitzen sind recht dunkel geworden, da muss ich noch ein wenig üben.



Jetzt endlich kann die Tarte angeschnitten werden. Das Messer gleitet duch den weichen Baiser und die Zitronencreme und kämpft dann ein wenig mit dem festeren Mürbeteig.


Man schmeckt zuerst die Zitronencreme, wunderbar zitronig, aber nicht zu sauer. Dazu der süße cremige Baiser und zum Schluss der süße, etwas festere Mürbeteig.


Mir war der Mürbeteig ein wenig zu fest, beim nächsten Mal evtl. ein wenig dünner. 
Aber alles in allem war ist es eine wunderbare Tarte, die passt auch super an einem schönen Sommertag, aber so lange wollte ich nicht warten.



Kommentare:

  1. Liebe Ute,
    Amalfizitronen! Du Glückliche! :-D Wie gerne hätte ich diese Tarte mit dir verkostet. Es ist eine meiner Lieblingstartes. Wie hat es euch in Italien gefallen? Die Amalfiküste und Pompeji stehen auch noch auf unserer Reiseliste.

    Liebe Grüße Maren

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  2. Vielen Dank, ja ich hätte die gern ein Stück abgegeben.
    Ja Italien hat uns sehr gut gefallen, man kan sich manchmal gar nicht vorstellen, was man alles an eine Steilküste bauen kann. Und das leckere Essen - Pizza, Fisch und Meeresfrüchte, aber du kennst das ja auch als Italienfan.

    Letztes Jahr waren wir südlicher in Tropea - die Stadt ist auch superschön.

    Liebe Grüße Ute

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