Sonntag, 28. August 2016

Quark-Sahne-Torte

Manchmal hört man was, dann packt es einen und man will am liebsten gleich loslegen. So ging es mir diese Woche.  Freunde von uns haben im Abstand von 6 Tagen Geburtstag. Wir saßen also am Montag gemütlich zusammen, dann auf einmal die Frage: "Ute, hast du schon mal eine Quark-Sahne-Torte gebacken? Wir haben immer im Urlaub in Österreich eine gegessen, die schmeckt sooo lecker." 
Naja so eine richtig klassische Quark-Sahne hatte ich noch nicht gebacken, mein Ergeiz war geweckt. und so beschloss ich zum nächsten Geburtstag am Samstag eine Torte mitzunehmen.

Frohen Mutes ging es gleich am Samstag morgen los: Biskuit backen, Quarkmasse anrühren, zusammenstetzen und ab in den Kühlschrank.
Leider passierte mir der alte Fehler - die Gelantine nicht richtig an die Temperatur des Quarks angepasst, dadurch gab es leichte Klümpchen in der Quarkmasse,  zum Glück hatte es keine negativen Auswirkungen auf die Standfestigkeit. 


Quark-Sahne-Torte


Biskuit:
4 Eier
150 gr Zucker
100 gr Mehl 
  50 gr Speisestärke 

Prise Salz, etwas Vanillextrakt

Füllung:
10 Blatt Gelantine
400 gr Schlagsahne
Saft einer Zitrone
1TL Zitronenschale
125 gr Zucker
1 Eiweiß
500 gr Magerquark
250 gr Sahnequark (40%) 

Zuerst den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen, den Boden einer Springform fetten oder mit Backpapier auslegen, oder einen Backrahmen in Backpapier einschlagen.

Die Eier 10 min lang, am besten mit der Küchenmaschine, aufschlagen, dabei den Zucker und das Salz einrieseln lassen, das Vanilleextrakt hinzufügen. Nach 10 min hat man eine sehr hellgelbe, fluffige Masse, die Ihr Volumen deutlich vergrößert hat. Das Mehl mit der Speisestärke mischen, über die Eigelbmasse sieben und zügig unterheben. Den Teig in eine Springform oder Backrahmen füllen und ca. 15 min backen (Stäbchenprobe). Anschließend rausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen

Die Gelantine einweichen, die Zitronenschale abreiben und die Zitrone auspressen. Den Quark, mit dem größten Teil des Zitronensaftes, der Zitronenschale und fast den ganzen Zucker gut verrühren. Den restlichen Zitronensaft erwärmen und die Gelantine darin auflösen. Einige Löffel des Quarks in die aufgelöste Gelantine rühren, damit werden die Temperaturen angeglichen und die Gelantine klumpt nicht, also lieber noch ein paar Löffel mehr vom Quark mit einrühren. Die Gelantinemasse nun unter den Quark rühren. Das Eiweiß mit dem Rest vom Zucker steif schlagen und ebenfalls unter die Quarkmasse ziehen. Die Sahne wird ebenfalls noch steif geschlagen und unter die Quarkmasse untergehoben. 
Den Tortenboden einmal teilen und den unteren Teil auf ein Platte legen und einen Tortenring herum stellen.
Die Quarkmasse einfüllen und den zweiten Tortenboden drauflegen und leicht andrücken. Nun gehts ab in den Kühlschrank.


Am Abend kam der große Moment. Hatte ich die Torte einigermaßen so wie im Urlaub nachbacke können? Ja es war gelungen, das Geburtstagskind fühlte sich wie zu Hause und die Tochter hörte gleich die Kuhglocken auf der Alm bimmeln.
Na da kann ich doch einigermaßen zufriedensein.
 

Der Biskuit war so richtig schön luftig, die Quarkcreme wunderbar fluffig mit leichtem Zitronenaroma.




Mittwoch, 10. August 2016

Zuckertütentorte

Vergangenes Wochenende war mal wieder Zuckertütenzeit in Sachsen - die Schulanfänger hatten ihren großen Tag!
Mein Mini S hatte seinen großen Tag schon letztes Jahr und hat nun schon die 2. Klasse begonnen, aber der Mini meiner Freundin Katja startet dieses Jahr in die Schule und hat von mir eine Zuckertütentorte bekommen.
Katja habe ich ja mit einer Topsy Turvy Torte zu ihrem Geburtstag überrascht und einen kleinen Rest durfen ihre beiden Männer probieren und dem kleinen Mann hat der Kuchen so gut geschmeckt, dass der Papa nur ein kleines Stück abbekommen hat. Nach soviel Lob hatte sich der Schulanfänger doch echt eine Zuckertütentorte verdient;-)
Ich kam mir ja ein wenig wie eine Rabenmutter vor, denn mein Mini S hat keine Zuckertütentorte bekommen, aber er meinte das sei nicht schlimm ;-)) puuh da hab ich ja echt noch mal Glück gehabt.

Also 2 Tage vorher ging es los mit den Böden .
Als Kuchen sollte es ein Regenbogenkuchen sein, da kann man bei Kindern fast nichts falsch machen.
Ich hatte mir eine Schablone von der Zuckertüte gemacht und in dieser Größe einen Backrahmen auf ein Blech gestellt und darin die einfache Menge des Rezeptes gebacken. Da mir das aber zu flach war, habe ich noch einmal die 1/2 Menge gebacken. Beide Böden in Folie eingepackt über Nacht ruhen lassen.
Inzwischen wird schon mal eine Ganache für die Füllung vorbereiten. Für die Ganache habe ich 200 gr Vollmilchkuvertüre und 100 gr Zartbitterkuvertüre und 400 gr Sahne verwendet.
Am nächsten Tag hab ich die Böden ein wenig gerade geschnitten, den großen Boden geteilt und dann mit Hilfe der Schablone eine Zuckertüte ausgeschnitten.
(Die Fotos hab ich einfach mit dem Handy gemacht, deshalb sind sie nicht gerade ein Highlight)


Dann kann man mit dem Füllen beginnen. Dazu die Ganache aufschlagen und den ersten Teil auf den untersten Boden streichen, anschließend den 2. Boden auflegen und nochmal Füllung und den 3. Boden.



Die Torte wandert dann erst mal in den Kühlschrank. Da ich am Ende eine schöne glatte Schokoglasur haben wollte, habe ich die gesamte Torte nochmal mit Ganache eingestrichen. Erst mal nur ganz dünn, um alle Krümel zu binden, dann noch mal etwas dicker um eine schöne glatte Oberfläche zu erhalten, das war gar nicht zu einfach, die Torte hat ja viele Ecken und Kanten.

Die Torte wanderte dann noch mal in den Kühlschrank.  Inzwischen habe ich die Glasur vorbereitet, aus Vollmilchschokolade, ein Löffelchen Butter und zum Schluss ein wenig Öl. Da ich der Meinung war, die Glasur ist noch zu warm, habe ich sie auf 35°C abkühlen lassen. Als ich die Glasur dann auf die gut gekühlte Torte verteilte, zog sie ziemlich schnell an, so dass an eine glatte Oberfläche nicht zu denken war. Meine Laune fiel natürlich gleich in den Keller, aber aufgeben geht auch nicht. Also den Fön anstecken, die Glasur leicht anschmelzen und retten was noch zu retten ist. Ich denke ich habe noch das beste draus gemacht, wobei ich nicht so richtig zufrieden war.
Für die Deko hatte ich schon Buchstaben und Zahlen aus Fondant vorbereitet.
Und da Ben auch ein Faible für Star Wars hat, musste noch der Schriftzug mit auf die Torte. Den Rest der Deko hab ich intuitiv gestaltet, mein Mini S hat mich da mit beraten!




Zum Glück hat mir Katja noch ein Anschnittfoto geschickt, denn das Beste am Regenbogenkuchen ist die Ansicht.




Also Ben hat die Torte gut geschmeckt und vor allem selber eine große Zuckertüte bekommen, also alles gut. Möge die Macht in der Schule bei ihm sein!

Mittwoch, 20. Juli 2016

Erdbeer-Basilikum-Knusper-Torte




Manchmal hat man eine Idee, die geistert dann lange im Kopf herum, aber man kommt nicht so richtig dazu die Idee umzusetzen. Aber eines Tage kommt der große Tag man legt los - und entweder es funktioniert nicht richtig oder es passt alles. Zum Glück ging es mir mit diesem Törtchen so, dass alles gelang.


Montag, 11. Juli 2016

Sauerteig-Brotbackkurs

Ja mein letzter Post ist schon eine Weile her. Ehrlich gesagt bin ich im Moment etwas schreibfaul. Backtechnisch hab ich in den letzten Wochen einiges ausprobiert, fand es noch nicht reif für den Blog oder hatte keine richtige Muse zum fotografieren und schreiben :-((. Im Sommer hab ich sowieso meist nicht soo viel Lust zum backen, obwohl ich noch Ideen habe.
Wenn es so richtig schön warm ist essen wir am Wochenende am liebsten ein schönes Eis, leider hatten wir solche Wochenenden noch nicht so oft.
Unser Urlaub ist nun auch schon wieder fast vorüber (ja in Sachsen begannen die Ferien bereits am 27.06.!) und auch eine Woche an der Ostsee konnte kein super Sommerfeeling auslösen, genossen haben wir dann noch 2 Tage Hamburg (eine super schöne Stadt), auch wenn uns da die Regenschauer nicht verschonten. Natürlich war unser Highlight der Besuch des Musicals "Der König der Löwen", was nicht nur unserem Mini M sondern auch uns Erwachsene faszinierte. 

Bevor es in den Urlaub ging hatte ich aber noch ein anderes  Event auf das ich mich schon seit Wochen freute: Ein Sauerteig-Grundkurs bei Lutz Geissler.
Wer sich mit dem Thema Brot backen beschäftigt, kommt über kurz oder lang an Lutz und seinem Plötzblog nicht vorbei. Als Ausgleich mit dem Brot backen angefangen, berät er heute sogar Bäcker (armes Handwerk möchte man da nur sagen). Das Beste für mich ist, er wohnt gerade mal eine halbe Stunde Fahrzeit von mir entfernt, so dass der Kurs ganz schnell zu erreichen war. 
Der Wunsch Brot zu backen ist schon länger entstanden und spätestens als mein Mann seine Ernährung ein wenig angepasst hat und der Versuch ein anständiges Vollkornbrot zu bekommen nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt war, war klar da muss ich selber ran. Außerdem, der Duft von richtig schönem Brot, der durchs ganze Haus zieht - herrlich. Einige Brote hatte ich auch schon gebacken, aber an Sauerteig traute ich mich einfach nicht ran. Und alles im Internet anzulesen ist nicht so mein Ding, ich will es erklärt bekommen, selber sehen und machen. Naja und wie gesagt, wenn man so einem Experten quasi vor der Haustür hat, sollte man die Gelegenheit am Schopfe packen.

Also ging es an einem Sonntagmorgen um 9 Uhr los. Erst stellten sich die Teilnehmer vor, ihre Erfahrungen mit Sauerteig, ihre Erwartungen an den Kurs. 
Das Teilnehmerfeld war dabei gut gemischt, viele hatten schon Erfahrung, wollten diese vertiefen oder wie ich ohne Erfahrung erst mal loslegen. Und das haben wir dann auch gleich getan. Auf dem Programm standen Vinschgerl, Roggenmischbrot, Roggenvollkornbrot und ein Weizenmischbrot.
Die Sauerteige hatte Lutz am Vortag bereits vorbereitet, da die erste Stufe meist mindestens 12 Stunden reifen muss. Als erstes wurden die Teige fertiggestellt. Die Roggenteige müssen nicht geknetet werden, deshalb wurden sie von Hand verarbeitet. 


Mit nassen Händen wird die Konsistenz überprüft und zugedeckt zur Gare gestellt.  Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind auch die Temperaturen - mit entsprechend warmen Wasser kann man die Teigtemperatur gut hinbekommen, da man in der Regel zu Hause keinen Wärmeschrank hat. Dies und auch die richtigen Konsistenzen konnte uns Lutz somit richtig vermitteln.

Das letzte Brot war dann ein Weizenmischbrot, das mit der Maschine geknetet wurde. Ich habe am Anfang Teige immer ziemlich kurz geknetet, aber auch hier zeigte sich mal wieder eine längere Knetzeit, bei der sich der Kleber gut entwickeln kann, macht eine wunderbaren geschmeidigen Teig und sorgt für ein gelungenes Backwerk . Der Teig des Weizenbrotes wurde in den ersten beiden Stunden der Gare aller halben Stunde gedehnt und gefaltet.

Und dann ging es schon an die Weiterverarbeitung der Vinschgerl: der Teig wird auf eine bemehlte Fläche gekippt leicht ausgebreitet und mit Mehl bestäubt. Dann wird einfach mit 2 Händen ein Stück abgestochen, ein wenig rund geformt und dann immer 2 zusammen zur Stückgare auf Backpapier gelegt. Das geht echt sehr gut und das kriegt auch jeder hin.


Schwieriger war es dann schon mit den Roggenbroten, hier wird der Teig portioniert, muss rund- oder längsgewirkt werden (je nach Gärkörbchen) und dass sieht immer ganz leicht aus, ist aber gar nicht so einfach, zumal der Teig schon klebriger als Hefeteig ist. 


Bald war es soweit die Vinschgerl kamen in den Backofen und konnten sich da so richtig schön dunkelbraun bräunen lassen - mmmmh welch Duft.


Die Vinschgerl waren dann als zünftige Brotzeit mit Schinken, Salami und Käse unser lecker Mittagessen. 
Danach ging es dann schon ans Backen der beiden Roggenbrote:




 
Das Weizenbrot erhielt auf recht einfach Art seine Form - auf der bemehlten Fläche wurde der Teig als Rechteck ausgebreitet und einfach als Viereck abgestochen, das gibt dann eine interessante Form.




Während die Brote im Ofen waren,  gab es für uns noch mehr Theorie über Sauerteig, dessen Führung und Verarbeitung. 
Und immer wieder wurde frisches Brot aus dem Ofen geholt, welch herrlicher Moment.



Bereits als wir ankamen, hatte Lust ein Foccacia vorbereitet, er musste da was ausprobieren, das Ergebnis fiel für uns gleich mit ab ;-)


  
Zum Schluss nahm jeder von jedem Brot was mit nach Hause - das ganze Auto riecht dann nach frischen Brot -mmmh. 

Hier noch mal das Ergebnis im Ganzen:


Zu Hause haben wir dann so nach und nach die Brote verputzt: unser Fazit am leckersten waren die Vinschgerl, auf den letzten Platz landete das Weizenbrot.

Das Roggenmischbrot hatte ich bereits vor dem Urlaub nachgebacken, mein Ergebnis war gut, aber ganz zufrieden bin ich noch nicht. 
Dieses Wochenende hab ich mich an das Roggenvollkornbrot gewagt. Ich hab dann wohl doch ein wenig zuviel Wasser zugegeben, der Teig war sehr weich und klebrig. Aber das Ergenis hat uns nicht nur gut gefallen, es hat auch wunderbar geschmeckt- eine schöne Kruste, eine weiche saftige Krume, ich bin ja richtig ein wenig stolz auf mich ;-)
Auf jeden Fall war der Kurs sehr informativ für mich und ich werde in den nächsten wochen, Monaten und Jahren weiter fleißig üben.


Und während ich hier den Beitrag zu Ende schreibe sind gerade die ersten Vinschgerl im Ofen ;-)

Mittwoch, 8. Juni 2016

Praliné-Kirsch-Torte

Es ist nun schon ein paar Wochen her dass ich diese Torte gebacken habe, nun endlich komme ich dazu darüber zu schreiben.
Eigentlich ist einem ja jetzt eher nach etwas frischen, fruchtigem zu Mute, aber lecker ist es trotzdem ;-)
 
Das Rezept stammt aus dem Buch "Törtchen & Tarteletts" von Matthias Ludwigs und  ergibt eigentlich 10 Törtchen, ich habe allerdings diesmal ein Törtchen im Durchmesser von 20cm draus gemacht. Wie immer bei solchen Törtchen setzt es sich aus mehreren Schichten zusammen, bei denen man schon mal was vorbereiten kann, bzw. auch sollte.


Praliné-Kirsch-Torte


Am besten einen Tag vorher.

Kirschfüllung:

50 g Zucker
30 ml Johannisbeerlikör
375 g TK-Sauerkirschen oder aus dem Glas, abgetropft, etwas Saft auffangen
50g Gelierzucker 1:1
1 Blatt Gelantine
Salz, Pfeffer, Zimt

Die Gelantine in kaltem Wasser einweichen. Dann den Zucker hellgelb karamellisieren lassen, und mit dem Likör und etwas von dem Saft ablöschen. Den Gelierzucker einrühren und 2 min leicht köcheln lassen. Nun die eingeweichte Gelantine in dem Sud auflösen. Die Kirschen hinzufügen und mit den Gewürzen abschmecken. Die Masse in eine Form von 16 cm Durchmesser füllen und einfrieren. Ich hab dazu 2 Lagen Frischhaltefolie über einen Tortenring gezogen und somit die Form erhalten die ich wollte. Allerdings hätte ich mehr Saft nehmen sollen, letztendlich waren die Kirschen nicht vom Saft bedeckt und das fand ich dann nicht so schön.

Pralinémasse (kann auch vorbereitet werden)

200 g Haselnüsse oder gleich gehackte Haselnüsse
200 g Zucker

Den Backofen auf 17°C vorheizen. Die Haselnüsse hacken und im Backofen goldbaun oder vorsichtig in einer Pfanne ohne Fett rösten.
Inzwischen den Zucker goldgelb karamellisieren lassen. Alles von Herd nehmen und die noch warmen Nüsse gut unterrühen. Die Masse auf Backpapier streichen gut auskühlen lassen. Die ausgekühlte Zucker-Haselnüss-Masse in Stücke brechen und in einem Multihacker zu einer feinen Paste pürieren.

 Schokoladenbiskuit

35 g gemahlene Mandeln
35 g Puderzucker
1 Ei  
1,5 Eiweiß
25 g Zucker
30 g Mehl
10 g Kakao
15 g geschmolzene Butter

Den Backofen auf 180°C vorheizen.
Die Mandeln, Puderzucker und das Ei dickcremig aufschlagen. Das Eiweiß mit dem Zucker steif schlagen und etwa ein Drittel davon unter die Eigelbmasse ziehen und das restliche Eiweiß darauf geben. Mehl und Kakao mischen und über den Eischnee sieben, dann alles unterheben. 1 EL der Masse unter die geschmolzene Butter rühren und anschließend auch unter die Biskuitmasse ziehen. Den Teig nun in einen Backring von 20cm geben und bei 180 °C Umluft ca. 10 min backen. Den Biskuit anschließend auskühlen lassen.

Pralinémousse

80 ml Milch
20 ml Sahne
80 g Pralinémasse
1 Eigelb
3 Blatt Gelantine
250 ml Sahne 

In einem Topf die Sahne, die Milch und Pralinémasse aufkochen. Einen Teil dieser Masse in eine Schüssel geben und das Eigelb unterrühren, dann alles zurück in den Topf schütten und unter ständigem Rühren auf 84 °C erhitzen, am besten mit einem Silikonschaber, dabei dickt die Masse an. Inzwischen die Gelantine in kaltem Wasser einweichen. Ist die Temperatur erreicht, den Topf gleich vom Herd nehmen und die Gelantine darin auflösen. Dann die Masse auf ca. 35 °C abkühlen lassen. Inzwischen die Sahne cremig aufschlagen und unter die abgekühlte Masse heben. 

Jetzt ist soweit alles vorbereitet, dass man die Torte "zusammenbauen" kann.
Auf den Tortenboden die restliche Pralinémasse geben und dünn verstreichen. Einen Tortenring um den Tortenboden legen und etwa 2/3 der Pralinémousse hineingeben, die gefrorenen Kirschen schön in die Mitte plazieren und ein wenig eindrücken. Dann das restliche Mousse einfüllen und glatt streichen. Die Torte kommt jetzt am besten über Nacht in den Gefrierschrank. 
Am nächsten Tag erst mal die Schokoglasur vorbereiten:

Schokoglasur 
 
100 ml Sahne
25 g Zucker
30 g Honig
320 g Vollmilchkuvertüre
60 g Zartbitterkuvertüre
1 Blatt Gelantine   
30 ml Alkohol (z.B. Rum) 

Die Gelantine in kaltem Wasser einweichen. Dann die Sahne mit dem Zucker, Honig und 20 ml Wasser aufkochen. Beide Kuvertüren werden gehackt und in eine Schüssel gefülltanschließend die heiße Sahne-Mischung dazugeben. Die ausgedrücke Gelantine ebenfalls unterrühren und kurz stehen lassen und anschließend mit einem Pürierstab glatt mixen. Zum Schluss den Alkohol unterrühren. Wenn  die Glasur zu dick ist, kann man Alkohol oder Wasser zugeben.

Die Torte aus dem Gefrierschrank holen, aus dem Tortenring lösen und auf ein Gitter stellen.  Dann mit der Glasur überziehen, dabei darauf achten, dass die obere Schicht nicht zu dick ist, dass ist mir nämlich passiert.
Den Rand noch mit Mandelstiften dekorieren. Als Deko ein paar Himbeeren, Erdbeeren o.ä. hatte  ich leider nicht im Haus, so dass  die Mandeln und ein paar Zuckerperlen reichen mussten.
Damit war ich nicht richtig zufrieden, aber ich hab einfach nicht daran gedacht beim Einkaufen.

   
Damit die Glasur schön glänzt, kann man diese mit einem Fön kurz anwärmen. Das funktioniert super, allerdings bläst mein Fön ziemlich stark, so dass einig Mandelstifte gleich mit weggeblasen wurden ;-(



Mit der Gabel fährt man durch die weiche Schokoschicht, (die bei mir leider zu dick war) durch Mousse, die Kirschen und zum Schluss durch eine fluffigem Biskuit mit einem wunderbaren Knuspereffekt durch die Pralinémasse.
 


Ganz zufrieden war ich mal wieder nicht, bei meinem Männern ist die Torte aber auf jeden Fall gut angekommen.

Dienstag, 31. Mai 2016

Topsy Turvy Torte

Manchmal setzt man sich ja selbst große Ziele, kriegt kurz vorher schon das Flattern aber am Ende wird hoffentlich alles gut.
So ging es mir letzte Woche.  Aber mal von Anfang an.

Meine Freundin Katja feierte ihren 40. Geburtstag und ich verkündete: "Ich schenk dir eine Torte."  Natürlich hatte ich schon was im Kopf: ich wollte eine Topsy Turvy Torte machen. So ein Teil geisterte schon lange in meinem Kopf herum, ich bin von den Kunstwerken immer ganz begeistert. Da gibt es ja Torten die sind so schön schief, man hat das Gefühl da fällt gleich was um - grandios.
Na ja, zu so einem großen Objekt der Bäckerkunst wird es bei mir nicht reichen.
Fondanttorten sind ja eh nicht so mein Metier, es wird ja auch erst meine 3. Fondanttorte.  Um so größer war der Respekt  vor dieser Aufgabe, aber die hatte ich mir ja selber gestellt. Außerdem hab ich weder Katja, noch anderen erzählt was ich vorhabe, somit hätte ich schnell noch eine Biskuitrolle machen können, wenn es schief gegangen wäre, den man kann es schon rauslesen, es hat funktioniert und ich was auch einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis (ich bin auch immer recht selbstkritisch).
So glühte das WWW heiß, ich hab mir Tutorials und Bilder angesehen, und noch ein Video, auf Blogs gestöbert und wieder Bilder geschaut. Dann erst mal Fondant bestellt und ein paar Dinge ausgeliehen. Dann war es 1 Woche vor dem großen Tag und ich hatte keinen richtigen Plan, mächtig Angst und keine Ahnung wie es weitergehen sollte.
Aber meine Motivtortenexpertin Maxi hat mich aufgebaut, Tips gegeben, mir ihre Vorgehensweise erklärt.
Na dann konnte es endlich losgehen.
Zuerst habe ich ein Erdbeercurd gekocht, da es eine Erdbeer-Mascarpone-Füllung geben sollte.

4 Tage vorher ging es richtig los - erst wurden die Böden gebacken: heller Biskuit - als 3 einzelne Böden. Der Biskuit ist super geworden, das Rezept stell ich bestimmt mal vor. Dieser Boden soll den unteren Teil der Torte bilden und hat die Größe von 20 cm Durchmesser.
Der obere Boden wird in einer 16 cm Form gebacken. Ich habe einen dunklen Biskuit hergestellt und im Ganzen gebacken - das war mein Fehler, er brauchte recht lang ehe er durchgebacken war und so war er mir zu fest. Also lieber in 2-3 Teilen backen. Nachdem die Böden ausgekühlt sind, werden sie in Folie eingepackt und kommen in den Kühlschrank.
Außerdem hab ich 3x Ganache vorbereitet: Schoko-Chili-Ganache für die Füllung, Schokoladen- und weiße Schoko-Ganache zum Einstreichen.

3Tage vorher bin ich extra 1 Stunde früher aufgestanden (4:20 Uhr!) und hab als erstes die Erdbeer-Mascarpone-Creme zubereitet und dann die Chili-Schoko-Ganache aufgeschlagen. Nun konnte es losgehen: erst wurde der helle Biskuit mit der Schoko-Chili-Ganache gefüllt und konnte schon mal wieder in den Kühlschrank.
Die Erdbeer-Mascarpone-Creme hatte inzwischen leicht angezogen und damit war sie ideal um den dunklen Biskuit damit zu füllen, dann konnte der Boden auch wieder in die Kühlung.

 
Nun konnte der Tag ganz normal beginnen.
Am späten Nachmittag ging es dann ans eingemachte: beide Torten wurden leicht konisch zurechtgeschnitzt und anschließend mit Ganache dünn eingestrichen: die untere mit dunkler Ganache die obere mit weißer Ganache.
Mit dieser dünnen Schicht werde erst mal die Krümel gebunden und es gibt eine gute Grundlage für die entgültige Ganacheschicht. Im Anschluss kommen die beiden Torten wieder in den Kühlschrank.
Inzwischen konnte ich erst mal in den Elternabend verschwinden ;-)
Danach ging es zum Feinschliff: die obere Torte wurde nochmal mit Ganache eingestrichen und dann alles schön glatt gestrichen, das ist sehr wichtig um dann auch den Fondant schön glatt zu bekommen.


Bei der unteren Torte hab ich erst mal noch eine Aussparung reingeschnitten, wo dann die obere Torte drauf sitzt, dadurch kann sie nicht so schnell abrutschen, dann auch hier noch mal Ganache drauf und alles schön glatt streichen.


Nun werden beide Torten schön über Nacht kalt stellen.

Dann ging es erst richtig los. Ich hab mit der oberen Torte begonnen und mit weißem Fondant eingekleidet und schön glatt gestrichen. Es ging auch ziemlich gut

Dann kam der  untere Boden an die Reihe, den Fondant hab ich in einem helleren lila eingefärbt und die Torte damit überzogen.
Ein weiters Stück habe ich in einem dunkleren lila eingefärbt zu einem schmaleren Streifen ausgerollt und mit Wellenmuster ausgeschnitten. Dann hab ich  Schmetterlinge ausgestochen und den Streifen um die Torte gelegt. Dabei hatte ich erst nicht bedacht, dass es sich alles ein wenig verzieht, aber ich hab es einigermaßen zurückgeschoben.
Um die obere Torte abzustützen, damit nichts zusammensackt habe ich drei Trinkröhrchen in die untere Torte gesteckt und bündig mit der Torte abgeschnitten.
  


Nun kam die obere Torte drauf  und ein kleiner Albtrum begann. An der oberen Torte bildete sich eine Blase und war nicht wegzukriegen, irgendwann hab ich an der Stelle  den Fondant aufgeschnitten und sah das Dilemma: die Ganache hat sich an der Stelle gelöst. Also ein wenig Ganache reingeschmiert und den Fondant wieder drüberlegen - und mit Deko verdecken.
Dann konnte ich die Torte fertig dekorieren.
Jetzt mal die Fotos von der fertigen Torte, ich konnte mich gar nicht entscheiden, deshalb sind es auch viele Fotos geworden.









Der Transport bereitet mir immer Sorgen, aber die Fahrt war nicht lang und es ging alles gut, so dass ich meine Topsy Turvy wohlbehalten überreichen konnte.
Katja hat die Torte gefallen und als Dessert hat auch jeder Gast ein Stück abgebekommen.
Hier mal die Anschnittfotos (ich hab das einfach mit den Handy fotografiert, deshalb ist die Qualität nicht so toll):


 Fazit: Es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt, es ist doch schön wenn man was geschafft hat, was man sich vorgenommen hat.